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am 10. Jänner

Frauenmorde: Stoppen wir endlich diese Serie

Die Redaktion - Das Gewaltschutzpaket der Regierung muss in aller Konsequenz umgesetzt werden. Aber Sensibilität und Wachsamkeit sind auch Aufgabe der Gesellschaft.

Der erste Femizid des neuen Jahres macht uns fassungslos. Fassungslos wie all die Frauenmorde zuvor. So kann und darf es nicht weitergehen. Die strafrechtliche Aufarbeitung nach der Bluttat in Weißenkirchen ist im Gange und der mutmaßliche Täter in U-Haft. Aber wir müssen unbedingt verhindern, dass diese schockierende Serie an Frauenmorden weitergeht. Strafe ist selbstverständlich, aber ebenso selbstverständlich muss Prävention sein. Das umfassende Gewaltschutzpaket der Regierung beinhaltet viele wichtige neue Maßnahmen. Dieses Paket muss jetzt in aller Konsequenz umgesetzt werden. Aber es liegt auch an uns allen, nicht wegzusehen und nicht die Augen vor sich anbahnenden Katastrophen zu verschließen.

Die Bluttat in Weißenkirchen im Attergau ist die traurige Fortsetzung einer schockierenden Entwicklung. 28 Frauenmorde waren es im Vorjahr, 24 im Jahr 2020 und schon 2014 bis 2018 hatte sich die Zahl der Femizide verdoppelt. Das zeugt von einer Brutalität, der Frauen schon viel zu lange ausgesetzt sind, auch in Oberösterreich. Mehr als 2.000 Betretungs- und Annäherungsverbote wurden im Jahr 2020 in Oberösterreich ausgesprochen.

Das seit Jahrzehnten umfassendste Gewaltschutzpaket der Bundesregierung reagiert richtig auf diese Entwicklung. Es intensiviert die unverzichtbare Vernetzung von Polizei Justiz, Opferschutzeinrichtungen und Wissenschaft. Aber dieses Paket muss rasch wirken, Prävention konsequent verfolgt und umgesetzt werden. Es geht nicht nur darum diese Bluttaten einzudämmen, sondern jede einzelne zu verhindern. Und dazu müssen wir auch die Gesellschaft in die Pflicht nehmen: Alle haben in ihrem Bereich ihren Beitrag zu leisten. Das gilt auch für jede*n Einzelnen. Gewalt gegen Frauen darf niemals relativiert und verharmlost werden, niemand darf wegsehen, schweigen oder gar zulassen. Hier sind Sensibilität und Wachsamkeit von uns allen gefordert. 

LAbg. Dagmar Engl

Stopp der Gewalt gegen Frauen
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