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am 23. Juli 2021

Waterbike: Belastung für Tierwelt möglich

Stefan Kaineder - Die potentielle Waterbike-Rennstrecke in Au an der Donau ist möglicherweise eine Belastung für die Tierwelt im angrenzenden Naturschutzgebiet und konterkariert sanften Tourismus in der Region.

Aktuell läuft ein Genehmigungsverfahren für eine Waterbike-Rennstrecke auf der Donau – direkt im Zentrum des sanften Donautourismus in Au an der Donau. Viele BürgerInnen haben sich deswegen an uns gewendet und ihre Sorgen geäußert, dass diese Waterbike-Strecke negative Folgen für das angrenzende Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH) haben könnte. FFH-Gebiete haben die Sicherung der Artenvielfalt durch die Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen zum Ziel. Die Befürchtung ist, dass durch den Lärm der Wasserrennsportgeräte die heimischen Vogelarten vergrämt oder bei der Brut gestört werden könnten. Gerhard Ebner, Inhaber des Campingplatzes und Restaurants in Au an der Donau, fürchtet auch einen Imageschaden für die Region, die sich in den letzten Jahren zu einem Hotspot für sanften Tourismus entwickelt hat.

 Wir haben uns auf Einladung von Gerhard Ebner selbst ein Bild gemacht: Dass es gerade in Au an der Donau möglich sein soll, mit lauten Rennbooten herumzukurven, wo sich hier einer der letzten Abschnitte auf der Donau befindet, wo beide Uferseiten von wertvollem Naturraum umgeben sind, ist schwer verständlich.

Es ist überhaupt erst seit zwei Jahren möglich, dass um schifffahrtsrechtliche Genehmigungen für Waterbike-Strecken in Österreich angesucht werden kann. Davor war die Verwendung dieser auf Österreichs Wasserstraßen verboten. Ein Urteil des Landesverwaltungsgerichts Niederösterreich aus 2017 hat aber festgehalten, dass ein völliges Verbot dem Unionsrecht widerspricht. Daraufhin hat der damalige FPÖ-Verkehrsminister Norbert Hofer in der Schifffahrtsanlagenverordnung insgesamt drei Zonen festgelegt, auf denen Waterbikes genutzt werden können. Im öffentlichen Begutachtungsverfahren zur Verordnung und damit der Festlegung der Waterbike-Zone in Au an der Donau gab es dann aber von seiten des oberösterreichischen Naturschutzreferenten keine Einwände – und das obwohl an einem höchst schützenswerten Naturreservat angrenzend. Auch von den betroffenen Anrainergemeinden Naarn und St. Pantaleon (NÖ) sowie dem österreichischen Gemeindebund sind zum Verordnungsentwurf keinerlei Stellungnahmen abgegeben worden.

Hätten sich Naturschutz und die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden im öffentlichen Begutachtungsverfahren eingebracht und ihre Bedenken damals geäußert, wäre die nun kritisierte Streckenzone mit Sicherheit nicht in der Verordnung festgeschrieben worden. Wenn wir nun eine Lösung finden wollen, müssen wir an vielen Stellschrauben drehen. Daher werde wir an den zuständigen niederösterreichischen Landeshauptmann-Stellvertreter Pernkopf herantreten, um eine Ersatzzone festlegen zu können, die sich nicht in einem derart heiklen und schützenswerten Natur- und Naherholungsgebiet befindet.

Franz Baumann, Landesrat Stefan Kaineder, Gerhard Ebner (Camping Au an der Donau), Martina Eigner (Bezirkssprecherin Grüne Perg)
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